Am Samstag, dem 30. Mai wurde das Areal rund um den Pibersteinersee zum Zentrum einer landesweiten Katastrophenübung, an der mehr als 150 Einsatzkräfte aus zahlreichen Organisationen teilnahmen.
Unter der Leitung vom Landesleiter der Steirischen Wasser-Rettung Kurt Rath und unter den Augen vieler ranghoher Übungsbeobachtern trainierten die beteiligten Organisationen ein komplexes Großschadensszenario unter realistischen Bedingungen.
Ausgangspunkt der Übung war ein simulierter Murenabgang nach anhaltendem Starkregen. Die Zufahrtsstraße zum See wurde dabei unpassierbar, mehrere Fahrzeuge stürzten ins Wasser, rund zehn Personen galten als vermisst oder befanden sich in akuter Lebensgefahr. Zusätzlich trat Kraftstoff aus beschädigten Tanks aus, was zu einer weiteren Gefährdungslage führte. Die Polizei löste daraufhin Großalarm aus.
Besonders eindrucksvoll gestaltete sich der Einsatz zweier Hubschrauber: Der AW169 „Lion“ des Österreichischen Bundesheeres sowie ein Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres brachten Einsatzkräfte direkt in das simulierte Krisengebiet. Um ein reibungsloses Zusammenspiel mit den Hubschraubern zu gewährleisten, wurde bereits der Vormittag dazu genutzt die beteiligten Einsatzkräfte auf die Fluggeräte einzuweisen und diverse Transportmöglichkeiten erprobt und geschult.
Für das Szenario übernahm die Wasser-Rettung (Steirische und Österreichische Wasser-Rettung) mit Fließwasserrettern die Rettung der Personen aus dem Wasser und führte die Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch.
Das Rote Kreuz Voitsberg-Köflach war mit einem großen Team vertreten. Neben zwei Notärztinnen standen mehreren Notfallsanitätern im Einsatz. Hier war es notwendig die verschiedenen Verletzungsmuster zu erkennen und die dementsprechende Versorgung in die Wege zu leiten.
Nach der Erstversorgung und Herstellung der Transportfähigkeit erfolgte die Übergabe der Verletzten an die Bergrettung und Alpinpolizei, die den Abtransport über unwegsames Gelände und längere Wegstrecke sicherstellte.
Als weitere Übungsaufgabe mussten 4 Personen mittels Seilwinde des Bundesheerhubschraubers aus der Mitte des Sees gerettet werden, nachdem sie mit ihrem Boot gekentert waren.
Zur Eingrenzung des simulierten Mineralölaustrittes am See wurden die Mitglieder des Ölschadenstützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Voitsberg mit den neuen XSled Boote der Steirischen Wasser-Rettung auf den See transportiert. Durch den koordinierten Einsatz der 4 Wasserrettungsboote und der Feuerwehr konnte dieser Schadstoffaustritt erfolgreich eingedämmt werden.
Den Abschluss der Übung bildete eine gemeinsame Suchaktion der Einsatztaucher von Wasserrettung und Feuerwehr. Hier galt es eine nach dem Murenabgang noch immer vermisste Person zu suchen. Auch dieser Übungsteil konnte bereits nach kurzer Zeit mit einem Sucherfolg abgeschlossen werden.
Währen der gesamten Übung arbeiteten die Feuerwehren Maria Lankowitz und Köflach an der Herstellung einer behelfsmäßigen Zufahrt zum See.
Bei der Nachbesprechung wurde von allen Übungsbeobachtern nicht nur ein großes Lob für die aufwändige und umfangreiche Planung und Organisation ausgesprochen, sondern auch die Professionalität und Motivation aller Übungsteilnehmer herausgestrichen.
Die Großübung am Pibersteinersee machte deutlich, wie essenziell ein abgestimmtes Zusammenwirken im Katastrophenfall ist. Sie unterstrich die hohe Professionalität, Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit aller beteiligten Kräfte – und setzte ein starkes Zeichen für Sicherheit, Ausbildung und Zusammenarbeit in der Region und der „steirischen Sicherheitsfamilie“.
Ein besonderer Dank gilt allen Übungsteilnehmern, allen helfenden Händen, die im Hintergrund für den ordnungsgemäßen Ablauf und die Versorgung zuständig waren, den Piloten für die präzise Umsetzung der Flugaufgaben und den politischen Entscheidungsträgern, dass die Übung in dieser Größenordnung durchgeführt werden konnte.
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